Und wieder wurde die 1000km-Schwelle von Dettingen aus geknackt. Dieses mal war es Jochen Fürchtenicht, dem diese nicht alltägliche Leistung glückte. Nachdem sich an den Vortagen das Hochsommerwetter verabschiedet hatte und die tropischen Luftmassen von kühleren aus Nordeuropa, die unter Hochdruckeinfluss gelangten, ersetzt wurden, waren die Voraussetzungen für bestes Segelflugwetter gegeben. Für Mittwoch, den 22. Juli verdichteten sich in der Folge die guten Prognosen für den Süden Deutschlands.

Dies wurde von mehreren Dettinger Piloten erkannt, die sich daraufhin über die Whatsapp-Streckenfluggruppe verabredeten. 
Jochen Fürchtenicht entschied sich für eine Streckenführung, die an der vorherrschenden Windrichtung in West-Ostrichtung ausgerichtet war, mit der Hoffnung durch die sich in Windrichtung aufreihenden Aufwinde die über den Tag erforderliche Durchschnittsgeschwindigkeit von 100km/h zu erreichen. Es sollte sich zeigen, daß er mit dieser Streckenwahl goldrichtig lag. Seine erste Wende setzte er bei Kelheim am Zusammenflußvon Altmühl und Donau. Von dort gings zurück quer durch Süddeutschland bis kurz vor Pimasens. Nun ging es erneut mit Rückenwindunterstützung nach Osten; dieses Mal bis hinter Eichstätt, bevor er erneut Richtung Westen bis in die Gegend von Mosbach flog. Hier machte sich bereits der Einfluss einer sich von Norden nähernden Front bemerkbar, die die Thermik einbremste. Deshalb nahm Jochen einen Gang zurück und entschied sich Richtung Heimat zurückzufliegen, wohlwissend, daß er sein großes Ziel erreichen würde, sollte er im Segelflug zu Hause ankommen. So ließ er ließ nichts mehr anbrennen und vollendete den Flug nach einer geflogenen Strecke von 1014 km nach 9 1/2 Stunden mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 109 km/h. Er war damit an diesem Tag einer von nur 4 Piloten, die in Deutschland eine Flugstrecke von mehr als 1000km erreichen konnten.
Ebenfalls eine Strecke von 1000km setzten sich Kai Friedrich und Martin Ölkrug zum Ziel. Mit großem Ehrgeiz deklarierten sie allerdings bereits vor dem Start als einzige Wende Wiener Neustadt -ziemlich genau 500km von Dettingen entfernt weit im Osten Österreichs gelegen. Nachdem sie anfangs mit Rückenwind gut vorankamen, schwächten sich die Bedingungen aber in den Alpen ab dem Ennstal in Österreich deutlich ab, sodaß die beiden ihr ursprünglich gesetztes Ziel aufgaben. Kai entschied sich für den Rückflug für einen Kurs östlich und dann nördlich an Münchner Luftraum vorbei; Martin versuchte auf dem gleichen Weg, auf dem er gekommen war, zurückzufliegen. Beide landeten am Abend nach 825 bzw. 755 im reinen Segelflug geflogenen Kilometern wieder in Dettingen, nachdem sie beide aufgrund der sich abschwächenden Bedingungen für die letzten Kilometer des Heimfluges den Motor bemühen mussten.   
Und auch Niels Wintjens und Yixi Liu waren mit den beiden Turbo-Discen des Vereins unterwegs. Niels umrundete den Münchner Luftraum, musste allerdings nach dem Einstieg ins Gebirge bei Kufstein den Motor zünden, um eine Außenlandung zu vermeiden. Yixi flog zunächst nach Osten bis Beilngries im Altmühltal, Von dort machte sich dann auf den Rückweg in Richtung Heilbronn und landete nach der Umrundung des Luftraumes des Flughafens Stuttgart im Westen nach 510 geflogenen Kilometern wieder ohne zusätzlichen Motoreinsatz an der Teck.