Schon seit Wochen erzählte unser Flugschüler Markus Kiessling allen, wann sein Geburtstag wäre und daß er dann gerne endlich seinen Alleinflug durchführen würde. Fliegerisch war er schon lange soweit. Bereits seit geraumer Zeit verurteilte er beim regulären Schulbetrieb seine Fluglehrer auf dem hinteren Sitz zur Untätigkeit; sie hatten keinen Anlass mehr unterstützend einzugreifen.
Bereits vor einem Jahr hatte Markus mit der Ausbildung zum Segelflugpiloten begonnen und ist seit dem mit sehr viel Begeisterung und Enthusiasmus dabei, sodaß er schnell große Fortschritte macht. Das ist auch kein Wunder, denn die Segelflug-Gene sind bei ihm per-se angelegt, stammt er doch aus einer sehr aktiven Fliegerfamilie: sowohl beide Elternteile als auch die Großväter sind leidenschaftliche Segelflieger. Allein die gesetzlichen Richtlinien erlauben einen Alleinflug vor dem 14. Geburtstag nicht.
Doch nun war der große Tag gekommen. Dieser fällt jedoch in den November in eine Jahreszeit, die nicht unbedingt für gute Segelflugbedingungen steht. Üblicherweise haben zu dieser Zeit bereits die Winterarbeiten in der Werkstatt begonnen. Doch es deutete sich schon eine Zeit lang zuvor an, daß das Wetter mitspielen würde. Außerdem stand unser Schulungsdoppelsitzer in vorausschauender Weise noch aufgebaut und flugbereit in der Flughalle. Dies veranlasste Fluglehrer Andreas Hofmann mitten in der Woche einen Flugbetrieb zu organisieren. Zunächst musste Markus gemäß der geltenden Ausbildungsrichtlinien sein Können bei zwei verschiedenen Fluglehrern unter Beweis stellen, bevor diese dann ihr ok zum Alleinflug geben konnten. Erwartungsgemäß stellten diese Überprüfungsstarts kein Hindernis dar. Direkt anschließend absolvierte er dann unter den Augen der Vereinskollegen und den Familienmitgliedern drei blitzsaubere Solo-Platzrunden und durfte daraufhin stolz die Glückwünsche seiner Geburtstagsgäste entgegennehmen.