Nach dem Tod von Richard Eppler verliert die Fliegergruppe innerhalb kurzer Zeit ein weiteres langjähriges Mitglied: unser Gründungsmitglied Karl Fischer verstarb am vergangenen Sonntag, dem 12. Dezember 2021 im Alter von 92 Jahren.

 Karl Fischer gehörte zu den 34 Gleichgesinnten, die 1950 mit der Gründungsversammlung kurz nach der Wiederzulassung des Segelflugs nach dem 2. Weltkrieg den Grundstein für die Entwicklung unseres Vereins bis zum heutigen Tag legten. Tatkräftig engagierte sich Karl in den Anfangsjahren beim Wiederaufbau der Fliegergruppe. Nach dem Rücktritt der bisherigen Vereinsführung im Jahr 1954 wurde Karl Fischer zum 2. Vorsitzenden gewählt. Er unterstützte über viele Jahre hinweg intensiv den ebenfalls bei diesem Anlass neu gewählten 1. Vorsitzenden Willi Jauch. Im Tandem bestimmten sie über viele Jahre hinweg die Geschicke der Fliegergruppe, bis Karl Fischer aus beruflichen Gründen kürzer treten musste und 1969 von seinem Amt zurücktrat.

Schon von Beginn trieb Karl Fischer den Überland- und Leistungsfluggedanken voran. 1959 konnte er zusammen im Team mit Willi Jauch und Karl Bezler die Vereinswertung im Wandersegelflugwettbewerb des Baden-Württembergischen-Landesverband gewinnen. Aufgrund seiner fliegerischen Erfolge wird er ebenfalls 1959 erstmalig zur Teilnahme an den deutschen Meisterschaften gemeldet. In der Folge nimmt er über ein Jahrzehnt hinweg jährlich an den nationalen Wettkämpfen teil und belegt dabei in der Regel immer vordere Plätze. Er krönte diese Leitungen 1966 mit dem Gewinn des 3. Platzes in der Standardklasse – und stieg damit in den erlauchten Pilotenkreis der Nationalmannschaft auf. Doch auch bei den Streckenflügen hatte er den Ehrgeiz die geflogenen Strecken immer weiter auszudehnen. So gelang ihm 1962 bei einem Trainingslager für die deutschen Meisterschaften in Freiburg als erstem Dettinger Piloten ein Flug über 500 km; in gerader Strecke führte ihn dieser Flug Richtung Südwesten bis nach Salon-en-Provence – wenige Kilometer nördlich von Marseille.

Doch neben dem Leistungsflug setzte sich Karl Fischer auch sehr stark in der Ausbildung ein; als Fluglehrer gab er über viele Jahre hinweg seine Erfahrung an den fliegerischen Nachwuchs weiter. Nebenbei konnte er dank hervorragender Kontakte in den Vorstand der Daimler-Benz AG unserer Winde in den 80er Jahren zu einem neuen leitungsfähigeren Windenmotor verhelfen.

Nachdem ihm der Job wieder etwas mehr Zeit ließ, erwarb er 1991 zusammen mit Walter Kiedaisch einen Motorsegler vom Typ Dimona. Mit diesem war er fortan über der schwäbischen Alb und ganz Deutschland unterwegs. Doch reizten ihn auch fremde Fluggebiete; so war er mehrfach mit Vereinskameraden zum Fluglager in Südfrankreich um die fantastischen Landschaften der Seealpen mit dem Segelflugzeug zu erkunden und zu genießen.

Leider baute seine Gesundheit im höheren Alter zusehends ab, sodaß er die aktive Fliegerei an den Nagel hängen musste. Trotzdem bleib er bis zum Schluss ein regelmäßiger und gerne gesehener Gast auf dem Fluggelände.

Mit Karl Fischer verliert die Fliegergruppe Dettingen ein verdientes Vereinsmitglied und großen Unterstützer. Wir werden ihn nicht vergessen!

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